Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Objekt [122649453916] Rathaus Stühlingen Rathaus Stühlingen

ID: 122649453916  /  Datum: 04.03.2025
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten [122649453916] Rathaus Stühlingen Objektdaten

Straße: Schlossstraße
Hausnummer: 9
Postleitzahl: 79708
Stadt-Teilort: Stühlingen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Waldshut (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8337106026
Flurstücknummer: keinekeine
Historischer Straßenname: keinerkeiner
Historische Gebäudenummer: keinekeine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektverknüpfungen [122649453916] Rathaus Stühlingen Objektbeziehungen

keinekeine

Umbauzuordnung [122649453916] Rathaus Stühlingen Umbauzuordnung

keinekeine

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Bauphasen [122649453916] Rathaus StühlingenBauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Eine erstmalige Erwähnung eines Rathauses auf der jetzigen Liegenschaft in Stühlingen ist im Jahr 1610 nachzuweisen. Das Rathaus von 1610 wird als zweigeschossiger Bau mit gotischen Stilformen beschrieben. Die Binnenstruktur sah Räume für den Einzelhandel im Erdgeschoss, einen Ratssaal und die Gerichtsstube im Obergeschoss, sowie eine Wohnung des Stadtknechts, später des Polizeidieners, vor. Auch eine Gefängniszelle wird erwähnt. In der Zeit von 1610 bis 1904 sind Veränderungen am Bestandsbau belegt. So wurde nach Abbruch bzw. Einsturz des oberen Stadttores 1846, dessen Glocke in den Turm des Rathauses eingebaut.
Bei dem Brand im Jahr 1904 brannte das Rathaus bis auf seine Grundmauern nieder, woraufhin es bis 1906 wieder neu aufgebaut wurde. Nach der Fertigstellung diente das neue Rathauses neben der Nutzung als Gemeindeverwaltung auch für die Gewerbeschule.
Aufgrund des höhen Platzbedarfs wurden 1967 Umbauten, wofür die Raumstrukturen im Inneren den neuzeitlichen Anforderungen angepasst wurden.


1. Bauphase:
(1610 - 1906)
Neubau des Rathauses im Jahr 1906 in den Bestandsmauern (Bruchstein) des ausgebrannten Rathauses von 1610 errichtet; die Konstruktion der massiven Außenwände, der Gründung und Untergeschosswände stammen aus dem Vorgängerbau;
Gewände und Zierteile wurden vermutlich ersetzt und der Gestaltungssprache des beginnenden 20. Jh.s angeglichen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Bauwerkstyp:
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Rathaus
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

2. Bauphase:
(1904 - 1906)
1906: gesicherte Erbauungszeit des Rathauses nach dem Entwurf des Architekten Wehle; aus dieser Zeit stammt die Fassadengestaltung mit Fenstergewänden, Eckquaderungen, Sockelprofilen, dem Erker, den Staffelgiebeln und Zierteilen. Ebenso der vorspringende Risalit am neu geschaffenen Eingang zum Rathaus über die Schlossstraße.
Zudem hat sich der bauzeitliche Dachstuhl als Holzkonstruktion, sowie der Turmaufsatz in Holzbauweise mit seinem Glockenstuhl als Stahlkonstruktion erhalten. Auch die hölzerne Treppe der geschossweisen Erschließung ist der Erbauungszeit zuzuordnen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

3. Bauphase:
(1906 - 1950)
Erste Nutzungsphase mit nur wenigen Umbauten und baulichen Maßnahmen; dieser Zeit zuzuschreiben: Aborterker (um 1906/1907, Ausbau Nachkriegszeit); Dachgauben (zwischen 1906-1925 hinzugefügt).
Betroffene Gebäudeteile:
keinekeine

4. Bauphase:
(1950 - 1980)
Umbauarbeiten mit Neu-Organisation der Verwaltungsstruktur in den Grundrissen, v.a. im 1. OG; 1974: Ausbau Dachgeschoss, Sitzungssaal wird vom EG in den südöstlichen Dachteil versetzt, neue Büroräume im nordöstlichen Teil des DG; Dachgaube im südlichen Dach aus den 1960er Jahren; Oberflächen der Raumschale; Sanierung der Treppe;
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1980 - 2024)
In den 1980er Jahren: Ertüchtigungsmaßnahmen bzgl. Brandschutz; 1997: Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Fassaden, Dämmung und Neueindeckung Dach, Turmhelm erhält neue Kupferblechbekleidung, Dachspitz zur Nutzung ausgebaut; neuer Fassadenputz, zwei neue Dachgauben; geringfügige Veränderung der Binnenstruktur;
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

Besitzer:in [122649453916] Rathaus StühlingenBesitzer:in

keine Angabenkeine Angaben

Fotos Fotos

Abbildungsnachweis Information
Blickrichtung Süden / Rathaus Stühlingen in 79708 Stühlingen (2023 - Yannic Harder, strebewerk. Architekten)
Abbildungsnachweis Information
Blickrichtung Südost / Rathaus Stühlingen in 79708 Stühlingen (2023 - Yannic Harder, strebewerk. Architekten)

Dokumentation Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung
  • Restauratorische Untersuchung

Beschreibung [122649453916] Rathaus Stühlingen Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Rathaus befindet sich im Stühlinger Stadtkern, dem sog. Städtle, das die historische Oberstadt von Stühlingen umschreibt und sich in Hanglage unterhalb des Schlosses Hohenlupfen erstreckt. Das Rathaus liegt in der südlichen Hälfte des Stadtkerns am westlichen Bebauungsende der Schlossstraße; mit seiner nördlichen Traufseite erstreckt sich das Rathaus entlang der Schlossstraße, während sich die westliche Giebelseite zu einem gepflasterten Platz mit Brunnen hin orientiert.
Lagedetail:
keine Angabenkeine Angaben
Bauwerkstyp:
keine Angabenkeine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Rathausgebäude erstreckt sich mit zwei Vollgeschossen über einem hochparterre liegenden Untergeschoss und wir durch ein zweigeschossiges Satteldach abgeschlossen; die beiden Traufseiten haben fünf Fensterachsen, die beiden Giebelseiten je drei Fensterachsen.
In den Mittelachsen der Traufseiten befinden sich je ein Eingang zum Rathaus. Der Haupteingang über die Schlossstraße an der Nordostfassade ist dabei mit einem Risalit mit Zwerchhaus hervorgehoben. Rückwärtig in Richtung Südosten ist dem Gebäude ein Erker angegliedert, der von der Geländeoberkante über beide Vollgeschosse aufragt und mit einem Pultdach an die Außenwand des Hauptbaus anschließt. Achsmittig im ersten Obergeschoss der Nordwestfassade befindet sich ein Ziererker, der sich zum Vorplatz in Richtung Hanglage präsentiert. Das Satteldach des Hauptbaus ist in Nordwest-Südostrichtung ausgerichtet. Die Traufe ist als einfache flache Kastentraufe aus Holz ausgeführt. Das Dach ist mit einem Falzziegel eingedeckt. Beide Giebelfassaden sind mit Staffelgiebeln mit Zinnen ausgeführt, an welche die Dachflächen rückseitig anschließen. Die Dachlandschaft ist geprägt von unterschiedlichen Gauben, sowie dem an der Nordostfassade hervortretendem Risalit mit Zwerchhaus. Vier Gauben reihen sich entlang den Fassadenachsen der Nordostfassade. Die Gauben sind einheitlich gestaltet. Jede besitzt ein Zeltdach mit bekrönender Metallkugel.
Am Nordwestende des Daches geht über dem First ein Turm auf quadratischer Grundfläche mit Zeltdach auf. Die Turmwände sind mit Kupferblechen bekleidet und besitzen Öffnungen mit schallrichtenden Lamellen. An der Ostecke des Baus bindet eine Wand mit Tordurchfahrt zum Hinterhof an das Nachbargebäude an und schließt damit die Fassadenflucht der Schlossstraße. Die Durchfahrt ist mit versetzten und auf Lücke angeordneten Ziegelsteinen geschlossen.
Die Fenster des Erdgeschosses schließen mit einem segmentbogigen Sturz ab, die Fenster des Obergeschosses mit einem geraden Sturz. Die Gebäudeecken sind mit einer Solitärquaderung hervorgehoben.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Rechteckiger Grundriss; achsenmittig der Südwestfassade ist das Treppenhaus als zentrales Erschließungselement der Geschosse angelegt. Die beiden Zugänge in das Rathaus erfolgen jeweils mittig der Trauffassaden und sind mit einem breiten Korridor und dem offenen Treppenhaus miteinander verbunden. Über das Treppenhaus gelangt man auch in das Untergeschoss.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angabenkeine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angabenkeine Angaben

Konstruktionen [122649453916] Rathaus Stühlingen Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angabenkeine Angaben
Konstruktion/Material:
Die Fassaden des Bauwerks sind in Massivbauweise in Bruchsteinmauerwerk ausgeführt und gehen vermutlich auf einen Vorgängerbau zurück. Die fassadengliedernden Elemente bestehen aus rotem Buntsandstein. Die aufgehenden Raumwände im Inneren des Rathauses sind als Leichtbetonwände ausgeführt. Nachträglich veränderte Wände lassen sich als Trockenbauwände identifizieren. Die Geschossdecken der oberen Geschosse sind als Holzbalkendecken mit angelattetem Blindboden und einer Füllung aus Schotter erbaut.

Die Dachkonstruktion mit Kehlbalkenlagen ist scheinbar als liegender Stuhl mit sechs Achsen und fünf Jochen ausgebildet. Die liegenden Stuhlstreben sind mit Kopfbändern an die Kehlbalken gebunden. Bei einer vorausgegangenen Sanierung wurden die Kopfbänder durch Stahlflansche ersetzt. Bügen binden an den Kniestock an. In der zweiten Dachebene tragen Firstständer auf die Kehlbalkenlage ab, die mit Kopfbändern in der Firstachse zusätzliche Kräfte aufnehmen. In der zweiten Dachebene sind nachträgliche Ertüchtigungsmaßnahmen in Form von Verstärkungen/Aufdoppelungen der Konstruktion und Stahlanflanschungen sichtbar.

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